Arbeitsschutz: Hautkrebs (noch) kein Thema

Arbeitsschutz:

Hautkrebs (noch) kein Thema

 

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Düsseldorf, 5.11.2021. Die internationale Leitmesse für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit „A+A 2021“ fand mit mehr als 25.000 Besuchern und über 1.200 Ausstellern in Düsseldorf wieder als Präsenzveranstaltung statt. Schwerpunkte waren einmal mehr Arbeitsschuhe, Hochsichtbarkeitskleidung und Gesundheit. Trotz des 2018 zur Berufskrankheit definierten Hautkrebses war dieses Thema bei Messe und Ausstellern jedoch kaum ein Thema. iQ UV-Geschäftsführer Markus Courtial bedauert diese verpasste Chance, hofft aber auf Nachbesserungen in der Zukunft.

 

Unter dem Leitmotto „Der Mensch zählt“ stellten lediglich einige wenige Messeteilnehmer Sonnenschutzprodukte aus, das Thema UV-Schutz als PSA-Maßnahme gegen die am stärksten wachsende Berufskrankheit Hautkrebs war jedoch weder in der Ausstellersuchmaske der Messe-Webseite noch im Katalog oder bei den Ausstellern selbst präsent. Über 250.000 Neuerkrankte jährlich zeigen allein in Deutschland welche Risiken in Zeiten der Klimaveränderung mit der Arbeit unter freiem Himmel verbunden sind.

 

Die Kleidungshersteller hatten ihren Schwerpunkt auch 2021 wieder auf Hochsichtbarkeit und Schutzanzügen gesetzt. Zertifizierte UV-Schutzkleidung suchte man vergeblich. Insgesamt entstand der Eindruck, dass die Branche das brandaktuelle Thema genauso wenig ernst nimmt, wie die Politik sich bei Maßnahmen gegen die Erderwärmung und die Reduzierung des CO²-Anteils schwertut.

 

Dabei müssen seit Sommer 2019 Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber laut geänderter Arbeitsmedizinischer Vorsorgeverordnung (ArbMedVV) eine arbeitsmedizinische Vorsorge anbieten. Sie bezieht sich auf alle Beschäftigten, die „Tätigkeiten im Freien mit intensiver Belastung durch natürliche UV-Strahlung von regelmäßig einer Stunde oder mehr je Tag“ ausüben. Angesichts der vielen Interviews und Warnungen von Dermatologen dazu in den Fachmedien und auch bei den Berufsgenossenschaften, vor allem im Baugewerbe, verpasste die größte Fachmesse ihren Beitrag.

 

Europas führender Entwickler für UV-Schutzkleidung, die iQ-Company, empfiehlt für die Berufskrankheit Nummer 5103 ein eigenes Forum auf der A+A mit Strahlenforschern, Dermatologen und UV-Schutz-Herstellern. iQ UV-Gründer Markus Courtial sieht Handlungsbedarf: „Wir stellen fest, dass ausgerechnet im Arbeitsschutz das Thema Sonnenschutz in vielen Fällen noch recht stiefmütterlich behandelt wird. Aufklärung findet statt, Arbeitgeber und Arbeitnehmer sehen aber nur schleppend den Bedarf.“ In den Wintermonaten wäre jetzt ausreichend Zeit, um sich auf Frühjahr und Sommer 2022 vorzubereiten und entsprechende Maßnahmen zu veranlassen. Dabei ist aus Sicht der DGUV (Deutsche gesetzliche Unfallversicherung) das Thema wichtiger denn je und dürfe nicht mehr auf die lange Bank geschoben werden. Lediglich Sonnencremes in umweltbelastenden Plastikbehältern sind aktueller Mindest-Standard an den Outdoor-Arbeitsplätzen.

 

 

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