Arbeitsschutz als Gemeinschaftsaufgabe: Warum UV-Schutz nur im Team funktioniert
Zuletzt aktualisiert: 21.07.2026Die Anerkennung von weißem Hautkrebs als Berufskrankheit fordert neue Konzepte. Erfahre, warum wirksamer UV-Schutz im Unternehmen echte Teamarbeit ist.
Warum UV-Schutz für Unternehmen zunehmend wichtiger wird
Die Anerkennung von weißem Hautkrebs als Berufskrankheit hat in vielen Unternehmen dazu geführt, den Schutz der Beschäftigten vor UV-Strahlung neu zu bewerten. Besonders dort, wo Mitarbeitende regelmäßig im Freien arbeiten, rückt das Thema stärker in den Fokus. Auch bei der Abfallwirtschaft Region Hannover (aha) entstand dadurch Handlungsbedarf.
„Auch der Personalrat machte auf die zunehmende Belastung durch Sonneneinstrahlung aufmerksam, für uns bestand wirklich Handlungsbedarf“, beschreibt Rolf Hennies, Fachkraft für Arbeitssicherheit bei aha, die Ausgangssituation. Schnell wurde deutlich, dass ein wirksames Schutzkonzept deutlich mehr umfassen muss als die bloße Beschaffung neuer Kleidung.
Von Beginn an war klar, dass die neue Bekleidung nicht ausschließlich einen hohen UV-Schutz bieten sollte. Ebenso wichtig waren Eigenschaften, die den täglichen Einsatz erleichtern und die Akzeptanz bei den Beschäftigten fördern. Dazu gehörten unter anderem Maschinenwaschbarkeit, eine Warnschutzfunktion sowie ein angenehmes Tragegefühl. Schließlich erfüllt Schutzkleidung ihren Zweck nur dann, wenn sie im Arbeitsalltag auch tatsächlich getragen wird. Die Anforderungen gingen daher deutlich über die reine Erfüllung technischer Normen hinaus.
Wie aha auf iQ-UV aufmerksam wurde
Auf der Suche nach geeigneten Lösungen führte aha zahlreiche Gespräche mit Herstellern. Dabei zeigte sich, dass viele Unternehmen mit den speziellen Anforderungen an UV-Schutzkleidung noch wenig Erfahrung hatten.
„Viele Unternehmen kannten die Fragen gar nicht, die wir ihnen zu ihrer Kleidung gestellt haben“, erinnert sich Hennies. Die Marke iQ-UV lernte aha schließlich auf einer Veranstaltung des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) kennen. Dort informierte das Unternehmen über die Risiken von UV-Strahlung und stellte seine Schutzkleidung vor. Aus diesem ersten Kontakt entwickelte sich die Grundlage für die weitere Zusammenarbeit.
Der Praxistest mit 50 Beschäftigten
Bevor eine Entscheidung für eine flächendeckende Einführung getroffen wurde, startete ein umfangreicher Tragetest. Rund 50 Beschäftigte aus Müllabfuhr, Straßenreinigung und den Wertstoffhöfen testeten die UV-Schutzkleidung unter realen Arbeitsbedingungen.
Die Trageakzeptanz war von Beginn an hoch. Gleichzeitig zeigte sich jedoch, dass praktische Erfahrungen oft wichtige Erkenntnisse liefern, die sich im Vorfeld nur schwer vorhersehen lassen. Genau diese Rückmeldungen der Beschäftigten waren ein wesentlicher Bestandteil des gesamten Projekts.
Im Verlauf des Tragetests wurden verschiedene Details sichtbar, die weiter optimiert werden konnten. So führte beispielsweise die ursprüngliche Ausführung der aufgenähten Reflexstreifen dazu, dass einige Beschäftigte darunter stärker schwitzten. Auch bei den ersten gelben UV-Schutz-Shirts zeigte sich, dass der angestrebte UV-Schutzwert 50+ nicht erreicht wurde. Die Lösung bestand zunächst darin, auf die Farbe Blau zu wechseln, welche die geforderten Werte erfüllte. Gleichzeitig wurden die Erfahrungen aus dem Tragetest genutzt, um die Produkte weiterzuentwickeln und an die Anforderungen des Arbeitsalltags anzupassen.
Bedarfsgerechte Ausstattung und Tragekomfort
Ein weiteres Ergebnis des Tragetests war die Erkenntnis, dass nicht jede ursprünglich vorgesehene Abteilung einen zusätzlichen UV-Schutz benötigt.
„In der Werkstatt sind wir in der zweiten Runde davon abgegangen, die Mannschaft mit UV-Schutz auszustatten. Es gab schlicht keine Notwendigkeit“, beschreibt Hennies die Auswertung der Testergebnisse. Damit zeigte sich, dass eine bedarfsgerechte Ausstattung sinnvoller ist als eine pauschale Lösung für alle Beschäftigten.
Nach Abschluss der Testphase entschied sich aha für UV-Shirts aus dem Material iQ-Natural. Obwohl andere Gewebe bei hohen Temperaturen teilweise eine stärkere Kühlwirkung bieten konnten, fiel die Entscheidung bewusst zugunsten des Materials mit dem angenehmsten Tragegefühl aus. Die Verantwortlichen legten großen Wert darauf, dass die Beschäftigten die Kleidung selbstverständlich in ihren Arbeitsalltag integrieren. „Nur was die Leute mögen, wird auch getragen“, bringt Hennies die zentrale Herausforderung auf den Punkt. Schutzwirkung, Komfort und Akzeptanz müssen deshalb immer gemeinsam betrachtet werden.
Arbeitsschutz braucht Information und Beteiligung
Die Einführung der UV-Schutzkleidung wurde von regelmäßigen Unterweisungen begleitet. Grundlage dafür war die DGUV-Information 201-056, die wichtige Hinweise zum Schutz vor natürlicher UV-Strahlung enthält.
Dabei stand nicht allein die Vermittlung von Vorschriften im Vordergrund. Vielmehr ging es darum, die Beschäftigten für die Risiken zu sensibilisieren und die Bedeutung von Schutzmaßnahmen verständlich zu machen. Information und Motivation wurden als wichtige Bestandteile des gesamten Prozesses verstanden.
Neben Sicherheitsfachkräften, Beschäftigten und Herstellern spielt auch der Einkauf eine wichtige Rolle bei der erfolgreichen Umsetzung von Arbeitsschutzmaßnahmen. Bei aha sorgt der Einkauf dafür, dass gemeinsam entwickelte Lösungen langfristig verfügbar bleiben und tatsächlich beschafft werden können. Nur wenn die ausgewählten Produkte dauerhaft zur Verfügung stehen, kann ein Schutzkonzept nachhaltig funktionieren. Andernfalls leidet die Glaubwürdigkeit des gesamten Prozesses.
Fazit: Erfolgreicher Arbeitsschutz entsteht durch Teamarbeit
Das Beispiel der Abfallwirtschaft Region Hannover zeigt, dass wirksamer Arbeitsschutz weit mehr umfasst als die Auswahl geeigneter Schutzkleidung. Erst das Zusammenspiel von Sicherheitsfachkräften, Beschäftigten, Herstellern, Personalvertretungen und Einkauf ermöglicht die Entwicklung tragfähiger Lösungen.
Die Einführung von UV-Schutzkleidung bei aha macht deutlich, wie wichtig praktische Erfahrungen, offene Kommunikation und die aktive Beteiligung aller Beteiligten sind. Arbeitsschutz entsteht nicht durch einzelne Maßnahmen, sondern durch einen gemeinsamen Prozess – und damit durch echtes Teamplay. Entdecke funktionale UV Schutzkleidung für den professionellen Arbeitsschutz.